Stoffmotive sauber applizieren | Kleine Stoffbilder mit Pappschablone vorbereiten

Als die Fashion-Gallery-Stoffe bei uns ankamen, mochte ich sie schon als Ganzes sehr. Diese vielen kleinen Modezeichnungen, jede für sich wie ein winziges Bild gerahmt – Kleider, Mäntel, Schuhe, Taschen und immer wieder etwas Neues dazwischen. Ein Stoff, bei dem man automatisch ein bisschen länger schaut.
Und irgendwann kam mir natürlich der Gedanke: So einen kleinen Bilderrahmen könnte man doch auch einzeln verwenden.
Nicht, weil der Stoff erst auseinandergeschnitten interessant wird. Ganz im Gegenteil. Aber diese kleinen gerahmten Motive sind einfach eine wunderbare zusätzliche Möglichkeit. Als einzelner Patch oder kleine Applikation kann so ein Stoffbild plötzlich auf einem ganz anderen Stoff auftauchen und dort zu einem ganz besonderen Detail werden.
Nur bei der Umsetzung hatte ich ziemlich genaue Vorstellungen: Ich wollte keine offene Stoffkante und keinen Zickzackstich rund um das Motiv. Die Kanten sollten sauber nach innen verschwinden und die Naht später möglichst wenig zu sehen sein.
Und genau da kommt meine Pappschablone ins Spiel.
Stoffmotive von Hand applizieren – wunderschön, aber gar nicht so einfach
Beim klassischen Handapplizieren, dem sogenannten Needle-Turn-Appliqué, wird das Stoffmotiv mit einer Nahtzugabe ausgeschnitten. Diese Nahtzugabe wird aber nicht vorher komplett nach innen gebügelt. Stattdessen schiebt man sie während des Nähens Stück für Stück mit der Nadel unter das Motiv und näht die Kante gleichzeitig mit winzigen Stichen fest.
Das kann wunderschön aussehen. Die Kante wirkt weich und sauber und bei wirklich feinen Stichen ist vom Annähen später kaum etwas zu sehen.
Aber: Das muss man können.
Gerade bei kleinen Motiven braucht diese Art des Applizierens einiges an Übung und Fingerspitzengefühl. Während man näht, muss die Nahtzugabe gleichmäßig nach innen geschoben werden, die Kante soll schön gerade bleiben und an den Ecken wird es noch einmal interessanter. Gleichzeitig sollen die Stiche möglichst klein und unauffällig sein.
Wer diese Technik beherrscht, kann damit ganz wunderbare Applikationen arbeiten. Ich wollte es mir bei meinen kleinen Bilderrahmen allerdings etwas einfacher machen.
Natürlich könnte ich die Nahtzugabe auch vorher mit dem Bügeleisen nach innen legen. Bei einem größeren Stoffstück ist das kein großes Problem. Bei diesen kleinen Rechtecken bedeutet das allerdings, millimeterweise eine gerade Kante umzubügeln und dabei die Fingerspitzen möglichst weit vom heißen Bügeleisen fernzuhalten.
Auch darauf hatte ich nicht besonders viel Lust.
Mein kleiner Kniff mit der Pappschablone
Da ich sehr gerne English Paper Piecing mache, lag die Idee mit der Pappschablone für mich ziemlich nahe.
Wichtig dabei: Was ich hier mache, ist keine EPP-Technik. Ich habe mir lediglich einen kleinen Kniff davon abgeschaut – nämlich eine feste Papierschablone zu benutzen, um die Nahtzugabe schon vor dem eigentlichen Applizieren sauber in Form zu bringen.
Das habe ich schon häufiger so gemacht und mag diese Methode besonders bei kleinen geraden oder geometrischen Motiven. Ich kann die Stoffkanten in Ruhe vorbereiten, muss beim späteren Annähen nicht mehr gleichzeitig mit der Nadel an der Nahtzugabe herumarbeiten und meine Finger müssen auch keine Bekanntschaft mit der Bügeleisensohle machen.
Die Pappschablone passend zum Stoffmotiv zuschneiden
Für meinen kleinen Mantel aus dem Fashion-Gallery-Stoff habe ich mir aus festem Tonpapier eine rechteckige Schablone zugeschnitten.
Dabei ist meine Schablone nicht genauso groß wie der aufgedruckte Bilderrahmen. Ich habe sie rundherum etwa 2 mm größer zugeschnitten. Dadurch bleibt der komplette gedruckte Rahmen später sichtbar und die umgelegte Stoffkante liegt ein kleines Stück außerhalb davon.
Anschließend schneide ich das Stoffmotiv mit zusätzlicher Nahtzugabe aus. Diese brauche ich natürlich, damit ich den Stoff anschließend um meine Schablone legen kann.
Gerade bei einem Motiv mit einem aufgedruckten Rahmen lohnt es sich, hier sorgfältig zu arbeiten. Je genauer die Schablone zugeschnitten und auf dem Motiv positioniert ist, desto gleichmäßiger wird später auch der fertige kleine Patch.
Die Nahtzugabe mit Textilkleber um die Schablone legen
Jetzt lege ich meine Pappschablone auf die linke Seite des Stoffmotivs. Die Nahtzugabe streiche ich mit einem Textilklebestift ein und lege sie sauber um die Kanten der Schablone.
Und dann mache ich erst einmal: nichts.
Das Ganze darf ein wenig trocknen, wenn du Zeit hast, gerne auch über Nacht. Ich habe auch schon nach 10 Minuten alles wieder entfernt - so ist es nicht.
Wenn alles gut getrocknet ist, löse ich die angeklebte Nahtzugabe vorsichtig wieder von der Pappe und ziehe die Schablone heraus.
Und genau jetzt zeigt sich, warum ich diesen kleinen Umweg so gerne mache: Die Stoffkanten liegen bereits wunderbar sauber nach innen. Die Form ist da, die Ecken sind vorbereitet und ich muss nicht erst beim Annähen versuchen, alles irgendwie an seinen richtigen Platz zu schieben.
Saubere Kanten, ohne sich beim Bügeln die Finger zu verbrennen
Nach dem Entfernen der Schablone kann ich noch einmal kurz mit dem heißen Bügeleisen über das vorbereitete Stoffbild gehen. Meistens reicht das vollkommen. Wenn das Motiv lange genug um die Pappschablone gelegen und gut getrocknet hat, sitzen die Kanten manchmal sogar schon so schön, dass kaum noch etwas zu tun ist.
Und genau das ist für mich einer der größten Vorteile dieser Methode.
Ich muss nicht versuchen, eine winzige Nahtzugabe mit den Fingerspitzen festzuhalten und gleichzeitig mit der Spitze des Bügeleisens millimeterweise hinterherzufahren. Wer das schon einmal bei einem kleinen Stoffstück gemacht hat, weiß, wie erstaunlich groß so ein Bügeleisen plötzlich werden kann.
Mit der Pappschablone ist die Form vorher festgelegt. Die Kanten wissen sozusagen schon, wo sie hinmüssen.
Vliesofix aufbügeln und das Stoffmotiv fixieren
Im nächsten Schritt kommt bei mir Vliesofix auf die Rückseite des vorbereiteten Stoffbildes.
Das Vliesofix ersetzt dabei nicht das spätere Annähen. Das ist mir wichtig, denn nur Aufbügeln wäre für meine fertige Applikation nicht genug.
Für mich hat das Vliesofix hier einen anderen großen Vorteil: Das komplette Stoffbild wird schön glatt auf dem Untergrund fixiert. Nichts verrutscht beim Nähen, keine Ecke klappt wieder hoch und das Motiv liegt genau dort, wo ich es haben möchte.
So lässt es sich anschließend sehr angenehm von Hand applizieren. Und ich kann mir auf diese Weise auch gleich mehrere kleine Stoffbilder vorbereiten und für spätere Projekte aufheben.
Die vorbereitete Applikation von Hand oder mit der Nähmaschine annähen
Meinen kleinen Mantel habe ich anschließend von Hand appliziert. Weil die Nahtzugabe bereits komplett vorbereitet ist und das Vliesofix den Patch auf dem Untergrund hält, muss ich mich beim Nähen nur noch um meine Stiche kümmern.
Ich nähe mit kleinen Stichen möglichst dicht an der umgelegten Kante entlang. Mein Ziel ist, dass man die Naht später so wenig wie möglich sieht.
Das ist für mich ein großer Unterschied zum klassischen Needle-Turn-Applizieren: Ich appliziere zwar ebenfalls von Hand, muss aber während des Nähens nicht gleichzeitig die Nahtzugabe Stück für Stück mit der Nadel nach innen schieben. Diese Arbeit habe ich vorher schon erledigt.
Natürlich kannst du einen so vorbereiteten Patch auch mit der Nähmaschine annähen. Mit einem feinen Geradstich knapp an der Kante bekommt die Applikation einen etwas anderen Charakter, funktioniert aber genauso.
Etikett annähen oder Label annähen – auch dafür eignet sich die Pappschablone
Und hier hört die Sache mit den kleinen Fashion-Gallery-Bildern noch nicht auf.
Die gleiche Vorbereitung kannst du nämlich auch verwenden, wenn du ein selbstgemachtes Etikett annähen möchtest. Gerade bei einem Stoffetikett ohne bereits versäuberte oder eingeschlagene Kanten hilft eine passende Pappschablone dabei, die Nahtzugaben gleichmäßig nach innen zu legen.
Auch wenn du ein Label annähen möchtest, das du selbst aus einem bedruckten Stoff, einem Stoffrest oder einem anderen kleinen Motiv zugeschnitten hast, funktioniert das nach demselben Prinzip: Schablone in der gewünschten fertigen Größe zuschneiden, Nahtzugabe umlegen und mit Textilkleber fixieren, trocknen lassen und die Pappe wieder entfernen.
Danach kannst du das vorbereitete Etikett von Hand mit möglichst unauffälligen Stichen oder knappkantig mit der Nähmaschine annähen.
Das Schöne daran ist, dass sich die Methode nicht auf rechteckige Bilderrahmen beschränkt. Entscheidend ist, dass sich die Form sinnvoll um eine feste Schablone legen lässt.
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Die Pappschablone für deine Applikationen wird natürlich nicht weggeworfen
Wenn ich mir schon die Mühe mache, eine Schablone exakt für einen Bilderrahmen zuzuschneiden, landet die anschließend natürlich nicht im Papierkorb.
Ich hebe sie auf und kann sie für das gleiche Motiv immer wieder benutzen. Gerade bei den Fashion-Gallery-Stoffen finde ich das praktisch, denn dort tauchen die kleinen Bilderrahmen mehrfach auf.
So kann ich mir nach und nach einen kleinen Vorrat vorbereiten. Ich muss noch nicht einmal wissen, wo jedes einzelne Stoffbild später landet.
Erst einmal ein paar schöne Motive vorbereiten. Der Rest findet sich.
Und wenn ich irgendwann den fünften kleinen Mantel ausgeschnitten habe, war die Arbeit mit der Schablone wenigstens gut investiert.
Das brauchst du zum Applizieren mit einer Pappschablone
- Stoff mit einem Motiv, das du einzeln verwenden möchtest
- festes Tonpapier oder anderes stabiles Papier
- Lineal und Bleistift
- Stoffschere oder Rollschneider
- Textilklebestift
- Bügeleisen
- Vliesofix
- Nadel und farblich passendes Garn oder deine Nähmaschine
Mein Tipp: Nimm dir beim Zuschneiden der Schablone ein bisschen Zeit. Je genauer sie gearbeitet ist, desto schöner und gleichmäßiger lassen sich anschließend auch die Stoffkanten vorbereiten.
Und wenn du mehrere gleiche Motive verwenden möchtest, beschrifte die fertige Schablone einfach und hebe sie auf. Dann musst du beim nächsten Mal nicht wieder von vorne anfangen.
Stoffmotive applizieren – nicht nur mit Fashion Gallery
Auf die Idee für diese kleinen Stoffbilder bin ich bei den Fashion-Gallery-Stoffen gekommen, weil sich die gerahmten Modezeichnungen einfach wunderbar dafür anbieten.
Aber natürlich funktioniert die Grundidee auch mit anderen Stoffen. Interessant wird sie immer dann, wenn ein Stoff einzelne Motive enthält, die du gerne separat verwenden möchtest und bei denen du eine sauber eingeschlagene Kante haben möchtest.
Und genau solche kleinen Nähkniffe mag ich. Ich brauche dafür kein neues Spezialwerkzeug und muss auch keine komplizierte Technik erfinden. Ich nehme etwas, das ich vom EPP schon lange kenne, und benutze es einfach für einen anderen Zweck.
Die Fashion-Gallery-Stoffe gefallen mir deshalb übrigens kein bisschen weniger als Meterware. Im Gegenteil. Ich mag diese vielen kleinen Modebilder schon auf der Fläche sehr. Aber jetzt sehe ich beim Anschauen eben zusätzlich all die kleinen Motive, die irgendwann auch einzeln irgendwo auftauchen könnten.
Und ich fürchte, mein kleiner Mantel wird nicht lange Einzelkind bleiben.
Pappschablone entfernen – so bleiben die Stoffkanten in Form
Die Pappschablone wieder entfernen
Wenn alles gut getrocknet ist, muss die Pappschablone natürlich wieder heraus. Und spätestens jetzt stellt sich wahrscheinlich die Frage: Ich habe die Nahtzugaben doch gerade rundherum an die Pappe geklebt – wie bekomme ich die denn wieder heraus?
Ganz einfach: Die festgeklebten Nahtzugaben werden wieder von der Pappe gelöst. Das darf ruhig ein bisschen rupfen und knistern. Ich ziehe den Stoff vorsichtig, aber beherzt von der Schablone ab, bis ich die Pappe herausnehmen kann.
Dabei bleiben auch mal Klebereste an der Pappe hängen und nach mehrmaligem Benutzen sieht die Schablone irgendwann nicht mehr taufrisch aus. Das ist vollkommen egal. Die Pappe muss schließlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen – sie soll mir nur die richtige Form geben.
Ist die Schablone draußen, lege ich die Nahtzugaben wieder nach innen. Durch das vorherige Kleben und Trocknen haben die Kanten ihre Form schon sehr schön angenommen. Genau deshalb mache ich mir überhaupt die Arbeit mit der Pappe.
Falls nötig, kann ich jetzt noch einmal kurz mit dem Bügeleisen darübergehen. Oft liegen die Kanten aber schon so gut, dass kaum noch etwas zu tun ist.
Und auch die Rückseite muss jetzt nicht hübsch aussehen. Dort dürfen Klebereste sein und die eingeschlagenen Nahtzugaben müssen von hinten nicht perfekt aussehen. Im nächsten Schritt kommt sowieso Vliesofix darüber.P
Vliesofix für das vorbereitete Stoffmotiv zuschneiden
Jetzt ist mein Stoffmotiv fertig vorbereitet: Die Pappschablone ist entfernt und die Nahtzugaben liegen rundherum schön nach innen. Bevor ich das Vliesofix aufbügle, muss ich mir daraus natürlich erst ein passendes Stück zuschneiden.
Dafür lege ich mein vorbereitetes Stoffmotiv auf die Papierseite des Vliesofix und zeichne die Form mit einem Kugelschreiber oder Bleistift grob nach.
Anschließend schneide ich das Vliesofix rundherum etwa 2 mm kleiner als die aufgezeichnete Form aus. Das ist wichtig, damit das Vliesofix später nirgendwo über mein Stoffmotiv hinausragt.
Es muss dabei nicht auf den Millimeter perfekt zugeschnitten sein. Entscheidend ist, dass es etwas kleiner als das vorbereitete Stoffstück bleibt und die Rückseite trotzdem möglichst schön abdeckt.
Jetzt habe ich ein passendes Stück Vliesofix, das auf die Rückseite meines vorbereiteten Stoffmotivs gebügelt werden kann.
Vliesofix auf die Rückseite des vorbereiteten Stoffmotivs bügeln
Jetzt ist mein Stoffmotiv fertig vorbereitet: Die Pappschablone ist entfernt und die Nahtzugaben liegen rundherum nach innen.
Welche Seite des Vliesofix kommt nun auf den Stoff?
Die Klebeseite (die fühlt sich etwas rauer an) des Vliesofix kommt auf die linke Seite meines Stoffmotivs – also auf die Rückseite mit den nach innen gelegten Nahtzugaben. Das Trägerpapier zeigt nach oben zum Bügeleisen.
Nun bügle ich das Vliesofix auf. Damit verbinde ich die Klebeschicht mit der gesamten Rückseite meines vorbereiteten Stoffbildes und fixiere gleichzeitig die eingeschlagenen Nahtzugaben.
Die Rückseite verschwindet darunter sowieso. Ob dort vorher ein bisschen Textilkleber zu sehen war oder die umgelegten Nahtzugaben von hinten nicht besonders fotogen aussahen, interessiert spätestens jetzt niemanden mehr.
Nach dem Aufbügeln lasse ich das Ganze kurz abkühlen.
Trägerpapier abziehen und das Stoffmotiv aufbügeln
Nach dem Abkühlen ziehe ich das Trägerpapier ab. Die Klebeschicht befindet sich jetzt auf der Rückseite meines vorbereiteten Stoffbildes. Die siehst du kaum, sie ist aber da.
Nun kann ich das Motiv in Ruhe auf meinem Nähprojekt positionieren. Wenn der Platz stimmt, wird es aufgebügelt.
Dadurch liegt das komplette Stoffmotiv schön glatt auf dem Untergrund. Es verrutscht beim späteren Nähen nicht, keine Ecke klappt hoch und die vorbereiteten Kanten bleiben genau dort, wo ich sie haben möchte.
Und genau deshalb benutze ich hier Vliesofix. Es geht mir nicht nur darum, den Patch irgendwie festzukleben. Ich möchte eine glatte, gut fixierte Fläche haben, die sich anschließend angenehm applizieren lässt.
Vliesofix ersetzt das Annähen nicht
Auch wenn das Stoffmotiv jetzt fest aufgebügelt ist, bin ich noch nicht fertig. Vliesofix ersetzt bei meiner Methode das Annähen nicht.
Meinen kleinen Mantel habe ich anschließend von Hand appliziert. Weil die Kanten bereits vorbereitet sind und das Motiv durch das Vliesofix flächig auf dem Untergrund liegt, kann ich mich beim Nähen ganz auf kleine, möglichst unauffällige Stiche konzentrieren.
Und genau hier zeigt sich für mich noch einmal der Vorteil gegenüber dem klassischen Needle-Turn-Applizieren: Ich muss jetzt nicht gleichzeitig nähen, die Nahtzugabe mit der Nadel nach innen schieben und darauf achten, dass meine Kante ordentlich wird. Das ist alles schon vorbereitet.
Natürlich kannst du das Stoffmotiv genauso mit der Nähmaschine knapp an der Kante festnähen.
Mein Fazit: Einen Patch aufnähen liest sich komplizierter, als es ist
Wenn ich mir diese Anleitung jetzt selbst von oben bis unten durchlese, könnte man meinen, so ein kleines Stoffbild wäre eine halbe Tagesaufgabe. Ist es überhaupt nicht.
Ich habe die einzelnen Schritte hier bewusst ausführlich erklärt, damit du genau nachvollziehen kannst, was ich mache und warum. In der Praxis geht das ziemlich fix: Schablone zuschneiden, Nahtzugabe herumkleben, trocknen lassen, Pappe wieder herausnehmen, Vliesofix aufbügeln – und schon ist das Motiv fertig vorbereitet.
Ich mache das immer dann besonders gerne, wenn ich ein Motiv wirklich sauber und ordentlich platzieren möchte, keine offenen Stoffkanten sehen will und auch keine sichtbare Zickzackkante haben möchte. Durch die Pappschablone bekomme ich schöne Kanten, mit dem Vliesofix sitzt anschließend alles glatt an seinem Platz und beim Annähen kann ich mich nur noch auf die Naht konzentrieren.
Und wenn ich mehrere Motive vorbereiten möchte, lohnt sich die kleine Pappschablone erst recht. Die wandert nach dem ersten Einsatz schließlich nicht in den Müll, sondern wartet auf die nächste Runde.
Also bitte nicht von der Länge dieser Anleitung abschrecken lassen. Ausführlich erklären dauert hier eindeutig länger als machen.
Häufige Fragen zum Applizieren mit Pappschablone und Vliesofix
Brauche ich zum Handapplizieren eine spezielle Appliziernadel?
Es gibt spezielle Appliziernadeln, die sich für die kleinen, möglichst unauffälligen Stiche sehr gut eignen. Du musst dir für diese Methode aber nicht zwingend eine kaufen.
Ich habe meinen kleinen Mantel mit einer Quiltnadel appliziert und bin damit sehr gut zurechtgekommen. Wichtig ist vor allem, dass du mit der Nadel angenehm arbeiten und kleine, kontrollierte Stiche setzen kannst. Wenn du bereits eine feine Nadel hast, mit der du gerne von Hand nähst, probiere sie ruhig erst einmal aus.
Welches Garn eignet sich zum Annähen der Applikation?
Ich habe ein gewachstes Baumwollgarn verwendet. Das lässt sich für mich beim Handnähen sehr angenehm verarbeiten, ist für diese Methode aber ebenfalls kein Muss.
Du kannst auch ein anderes gutes Nähgarn verwenden. Wenn die Stiche möglichst wenig auffallen sollen, würde ich vor allem darauf achten, dass die Garnfarbe gut zur Kante deines Stoffmotivs passt.
Kann ich das Stoffmotiv auch mit der Nähmaschine annähen?
Ja, natürlich. Durch das Vliesofix liegt das vorbereitete Motiv bereits schön glatt auf dem Untergrund und kann anschließend knappkantig mit der Nähmaschine festgenäht werden.
Bei einem so kleinen Motiv würde ich keinen unnötig großen Stich wählen. Eine Stichlänge bis etwa 2,5 mm ist ein guter Ausgangspunkt. Je kleiner und feiner das Motiv ist, desto eher würde ich etwas kürzer einstellen. Wichtig ist, dass du an kleinen Ecken und Richtungswechseln noch sauber arbeiten kannst.
Muss das Stoffmotiv trotz Vliesofix noch angenäht werden?
Ja, ich nähe es anschließend immer fest. Das Vliesofix benutze ich hier vor allem, damit das komplette Motiv glatt auf dem Untergrund liegt und beim Nähen nicht mehr verrutscht.
Gerade beim Handapplizieren finde ich das wunderbar angenehm: Ich muss nichts festhalten, keine Kante wieder unterschieben und kann mich ganz auf meine kleinen Stiche konzentrieren.
Muss ich das Stoffmotiv nach dem Entfernen der Pappschablone bügeln?
Nicht unbedingt. Wenn die Nahtzugaben gut um die Schablone geklebt waren und ausreichend Zeit zum Trocknen hatten, liegen die Kanten nach dem Herausnehmen der Pappe häufig schon erstaunlich schön nach innen.
Wenn mir eine Stelle noch nicht gefällt, gehe ich kurz mit dem Bügeleisen darüber. Mehr ist meistens gar nicht nötig.
Kann ich die Pappschablone mehrfach benutzen?
Unbedingt. Meine Schablone darf nach dem Herausnehmen ruhig ein bisschen mitgenommen aussehen und Klebereste haben. Solange die Form noch stimmt und die Pappe stabil genug ist, benutze ich sie weiter.
Sie muss keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Sie hat schließlich einen Job.
Muss ich die Pappschablone über Nacht im Stoff lassen?
Nein. Über Nacht ist praktisch, wenn ich sowieso Feierabend mache und die vorbereiteten Teile einfach liegen lassen kann. Entscheidend ist, dass der Textilkleber gut getrocknet ist und die Stoffkanten ihre Form angenommen haben.
Warum schneide ich das Vliesofix etwas kleiner als das Stoffmotiv zu?
Ich schneide mein Vliesofix rundherum etwa 2 mm kleiner als das vorbereitete Stoffmotiv. So kann die Klebeschicht beim Aufbügeln nicht über die Stoffkante hinausragen und dort landen, wo ich sie ganz bestimmt nicht haben möchte – zum Beispiel am Bügeleisen oder auf dem Bügelbrett.
Funktioniert die Methode nur bei rechteckigen Stoffmotiven?
Nein. Rechtecke sind natürlich besonders dankbar, weil sich die Nahtzugaben schön um eine feste Schablone legen lassen. Grundsätzlich kannst du die Methode aber auch für andere Formen ausprobieren.
Je kleiner, runder oder verwinkelter eine Form wird, desto anspruchsvoller wird allerdings auch das saubere Umlegen der Nahtzugabe. Für den Einstieg sind einfache Formen deshalb deutlich entspannter
Welches Papier eignet sich für die Pappschablone?
Für die Schablone brauchst du kein bestimmtes Spezialpapier. Ich nehme ein festes Zeichenpapier mit etwa 250 g/m². Das ist stabil genug, damit die Schablone beim Umkleben der Nahtzugaben ihre Form behält, lässt sich aber trotzdem noch sehr gut zuschneiden.
Du kannst genauso gut ein anderes festes Papier oder einen leichten Karton verwenden. Wichtig ist eigentlich nur, dass das Material nicht zu dünn und labberig ist. Normales Druckerpapier wäre mir dafür zu weich, sehr dicker Karton wiederum unnötig umständlich beim Zuschneiden.
Mit einem Papier um 250 g/m² bist du für diese kleinen Schablonen meiner Erfahrung nach sehr gut bedient.
Das gefällt mir auch besser, als irgendein bestimmtes Produkt zu nennen. Wer den Beitrag liest, soll schließlich in die Schublade greifen können und loslegen, statt erst genau diesen Zeichenblock suchen zu müssen.
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